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Der rasante Blick auf das Schweizer Internetgeschehen

sprainTV Making Of, Teil 4: Verbreitung

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sprainTV, der wöchentliche rasante Blick auf das Schweizer Internetgeschehen ist eine humorvolle Web-Show, welche in der Blogger- und Twitterwelt rasch viele Fans gefunden hat. In einer vierteiligen Making-Of-Serie verteilt auf vier Blogs gibt Manuel Reinhard, Moderator von sprainTV, als Gastautor einen Einblick in alles, was sich hinter der Produktion einer Ausgabe von sprainTV verbirgt.

Was bisher geschah:
Making Of, Teil 1: Vorbereitung und Konzept, erschienen bei netzwertig.com
Making Of, Teil 2: Aufnahme, erschienen bei marcelwidmer.ch
Making Of, Teil 3: Schnitt, erschienen bei bloggingtom.ch

Making Of, Teil 4: Vetrieb
Toll, die erste Ausgabe deiner Web-Show steht! Nun muss sie aber noch unter die Leute. Dabei gibts zwei Punkte zu beachten: Technik und Marketing.

Technischer Vertrieb
Der Technikteil ist ganz einfach. Du musst einfach deine Website auf die wichtigen Video-Plattformen bringen. Dies sind Vimeo, YouTube und bei regelmässiger Erscheinung vorteilhafterweise auch als Podcast im iTunes-Store. Um nicht überall dein Video separat raufladen zu müssen, gibts Dienste, die dies für dich übernehmen. Einer davon ist blip.tv. blip.tv bietet zudem den Vorteil, dass dein Video dort auch für den iTunes-Podcast gehostet werden kann. Dies erspart mühsames Sicherstellen, dass alle Feeds und Daten stets sauber vorhanden sind und dein Podcast auch verfügbar ist.
Eine ähnliche Plattform ist tubemogul.com, welche wir ehrlich gesagt selbst noch nicht getestet haben, die aber vielversprechend aussieht.

Eigentlich würde der Upload auch nur auf eine Plattform reichen, doch gibt es da verschiedene Dinge zu bedenken: iPhone-Benutzer können nur YouTube-Videos oder Podcasts abspielen. Vimeo liefert bessere Qualität, ist aber langsamer in der Verarbeitung der Videos. Facebook kann auch Videos speichern, zeigt aber keine Abspielstatistiken an. Daher lohnt es sich, mehrere Plattformen zu kombinieren und das entsprechend passendste Format zu liefern. Auf www.sprain.tv haben wir die Veröffentlichung so gelöst, dass normalerweise das Vimeo-Video angezeigt wird, bei Besuch mit dem iPhone aber das YouTube-Video.

Zuschauer finden
Viel anspruchsvoller als der technische Vertrieb ist es, überhaupt Zuschauer für deine Web-Show zu finden. Dafür gibt es kein Patentrezept, aber ein paar Grundregeln, die helfen können.

Zuerst einmal braucht deine Show ein klares Zielpublikum. Sprich eine bestimmte Personengruppe an. Und zwar immer dieselbe Gruppe. Bei sprainTV sind dies internetbegeisterte Techniknerds. Dies liesse sich natürlich noch weiter eingrenzen: Eine Show nur für Fotografen? Oder nur für PHP-Programmierer? Selbstverständlich könnten auch Gärtner, Kaninchenzüchter oder Sekretärinnen angesprochen werden, doch ist es in diesen Fällen deutlich aufwändiger, dieser Gruppe deine Show dann bekannt zu machen.

Deine Zielgruppe muss wissen, dass es deine Web-Show gibt. Dies funktioniert aber nicht, wenn du alle Foren und Blogs zuspammst. Am Besten erreichst du mehr Leute, in dem du gute Arbeit leistet. Deine Videos müssen interessant, kurzweilig und optimalerweise einzigartig sein. Dann mach dies in deinem Umfeld bekannt. Publizier in deinem Blog, schreibs in deinen Facebook-Status, erwähne es auf Twitter. Produzierst du guten Inhalt wird sich dies rumsprechen. Andere Leute werden plötzlich aktiv werden und über dich reden und schreiben.

Nicht unterschätzt werden darf auch Regelmässigkeit. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, auch deine Zuschauer. Publiziere deine Show immer zum gleichen Zeitpunkt. sprainTV erscheint wöchentlich am Donnerstag um ca. 13 Uhr. Wird es ausnahmsweise mal später, merken wir, dass die Leute bereits darauf warten und danach fragen. Dieser Effekt tritt bei einem unregelmässigen Erscheinungsrythmus nicht auf. Kann man nicht darauf zählen, dass die Show zu gewohnter Zeit wieder erscheint, vergisst man irgendwann, wieder vorbeizuschauen. Die Zuschauerzahlen werden so nicht steigen.

Produktion sichern
«Aber ich hab doch nicht regelmässig Zeit dafür», magst du sagen. Keine Frage: eine regelmässige erscheinende Web-Show braucht Struktur dahinter. Struktur bedeutet Aufwand und Aufwand bedeutet meist finanzieller Einsatz, so ist das leider. Es ists nichts Schlechtes, eine Web-Show für kommerzielle Zwecke einsetzen zu wollen. Vielleicht hat deine Firma im Rahmen des Marketingbudgets Ressourcen dafür? Wahrscheinlicher ist aber, dass du auf die Suche nach einem Sponsor gehen musst. Was dabei hilft: steigende Zuschauerzahlen, ein klares Zielpublikum und ein genau definiertes Angebot für einen potentiellen Sponsor. Dann geh Firmen, die in Frage kommen, direkt an. Dies braucht ein bisschen Mut, aber es gibt nichts zu verlieren. Und solltest du eine Absage erhalten, dann frag nach den Gründen. Vielleicht erhältst du wertvolle Tipps, wie du deine Show verbessern kannst.

Na, dann los!
Ich habe mich gefreut, in dieser vierteiligen Serie einen Blick hinter die Kulissen von sprainTV zu gewähren. Mit weiter steigenden Verbindungsgeschwindigkeiten und den neuen Möglichkeiten mobiler Geräte stehen wir erst am Beginn der Verbreitung von Shows über das Internet. Wenn du inspiriert worden bist, mit deiner eigenen Web-Show mitzumachen, dann schick mir doch ein Mail mit dem Link zu deiner Premiere.

Ach, eine Sache noch, bevor du loslegst: Überlege dir, obs wirklich ein Video sein muss. Hast du grosses KnowHow in einem bestimmten Gebiet? Fachinfos lassen sich besser als Text verwenden. Bist du ein guter Erzähler? Vielleicht ist ein Audio-Podcast das richtige Medium für dich. Hast du etwas zu bieten, was man unbedingt sehen muss? Dann, aber nur dann, ist Video der richtige Weg. Und jetzt ran an die Kamera!

PS: Ich habe noch verspochen, zu verraten, wie lange die Produktion einer Folge von sprainTV dauert. Nun, aufmerksame Twitter-Leser finden es heraus.

sprainTV, 10. Dezember 2009

Folge 12: Online-Musik-News, Besuch bei einem kreativen Herrn, Making Of und ein alltagserleichternder Linktipp!